Krankheit und Genesung
Wasserbedarf bei Erbrechen
Erbrechen entzieht dem Körper Flüssigkeit und Salze und macht das Nachtrinken zugleich besonders schwierig. Die Kunst liegt darin, dem gereizten Magen langsam und in kleinen Mengen Flüssigkeit anzubieten. So beugst du einer Austrocknung vor, ohne neue Übelkeit auszulösen.
Mehr- oder Minderbedarf
Über den Grundbedarf von etwa 30 bis 35 ml pro Kilogramm hinaus muss die erbrochene Flüssigkeit ersetzt werden. Weil Trinken schwerfällt, steht nicht eine hohe Zielmenge im Vordergrund, sondern der behutsame, häufige Ausgleich in kleinen Schlucken.
Die besondere Herausforderung
Beim Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit und Magensäure mit den darin gelösten Salzen, was den Elektrolythaushalt stört. Anders als bei anderen Verlusten ist hier das Nachtrinken erschwert, weil größere Mengen den gereizten Magen reizen und erneutes Erbrechen auslösen können. So entsteht schnell ein Kreislauf aus Verlust und misslungenem Ausgleich. Kommt zusätzlich Durchfall hinzu, verschärft sich die Lage weiter und die Austrocknung schreitet schneller voran. Besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind gefährdet. Deshalb geht es weniger darum, eine feste Menge zu erreichen, als darum, dem Magen langsam wieder Flüssigkeit zuzuführen und die Aufnahme schrittweise zu steigern.
Behutsam wieder trinken
Beginne nach einer kurzen Pause mit sehr kleinen Schlucken, etwa einem Teelöffel oder einem kleinen Schluck alle paar Minuten, und steigere die Menge langsam, wenn sie im Magen bleibt. Kühle bis zimmerwarme, klare Flüssigkeiten wie stilles Wasser, dünner Tee oder eine orale Rehydratationslösung werden meist besser vertragen als kalte oder süße Getränke. Eis am Stiel oder das Lutschen von Eiswürfeln kann helfen, wenn Trinken schwerfällt. Kehrt die Übelkeit zurück, lege eine erneute Pause ein und starte danach wieder mit kleinsten Mengen. Bleibt jede Flüssigkeit unten, ist das ein Warnsignal, das ärztlich abgeklärt werden sollte.
Warnzeichen für Dehydrierung
- Anhaltende Übelkeit, bei der keine Flüssigkeit im Magen bleibt
- Starker Durst und trockener Mund
- Deutlich verringerter oder sehr dunkler Urin
- Schwindel und Schwäche beim Aufstehen
- Eingesunkene Augen und stehende Hautfalten
Praktische Trink-Strategie
- Nach einer kurzen Pause mit sehr kleinen Schlucken beginnen
- Die Menge langsam steigern, wenn sie im Magen bleibt
- Kühle bis zimmerwarme, klare Flüssigkeiten anbieten
- Eiswürfel oder Eis am Stiel als Alternative nutzen
- Bei erneuter Übelkeit eine Pause einlegen und dann neu starten
Häufige Fragen
Wie trinke ich, wenn mir ständig übel ist?
Beginne nach einer kurzen Pause mit sehr kleinen Schlucken alle paar Minuten und steigere die Menge langsam. Große Portionen reizen den Magen und lösen oft erneutes Erbrechen aus.
Was hilft, wenn jede Flüssigkeit sofort wieder hochkommt?
Manchmal werden Eiswürfel oder Eis am Stiel besser vertragen als Getränke. Bleibt dennoch nichts im Magen, ist das ein Warnsignal und ärztlicher Rat nötig.
Welche Getränke sind bei Erbrechen geeignet?
Kühle bis zimmerwarme, klare Flüssigkeiten wie stilles Wasser, dünner Tee oder eine orale Rehydratationslösung. Süße und kalte Getränke werden oft schlechter vertragen.
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