Frauengesundheit
Wasserbedarf in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen deutlich an, und der Körper bildet zusätzliches Fruchtwasser. Beides erhöht den Flüssigkeitsbedarf. Die folgenden Angaben sind als Orientierung für gesunde Schwangere gedacht und ersetzen nicht die Beratung durch Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Mehr- oder Minderbedarf
Über den Grundbedarf von etwa 30 bis 35 ml pro Kilogramm hinaus wird in der Schwangerschaft häufig rund 0,3 Liter mehr pro Tag empfohlen. Bei Hitze, Sport oder Schwangerschaftsübelkeit mit Erbrechen kann der Bedarf höher liegen.
Warum der Bedarf steigt
Während der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen der Mutter um mehrere Deziliter bis über einen Liter zu, damit Mutterkuchen und Kind gut versorgt werden. Zusätzlich bildet der Körper Fruchtwasser, das regelmäßig erneuert wird. Beides erhöht den Bedarf an Flüssigkeit. Eine gute Versorgung unterstützt den Kreislauf, hilft gegen Verstopfung, die in der Schwangerschaft häufiger auftritt, und kann Harnwegsinfekten vorbeugen. Gleichzeitig ist Wassereinlagerung in Beinen und Füßen normal und kein Grund, weniger zu trinken. Die genannten Werte sind Orientierung für gesunde Schwangere, individuelle Empfehlungen richten sich nach Verlauf, Gewicht und möglichen Begleiterkrankungen und sollten mit der betreuenden Praxis besprochen werden.
Praktisch gut versorgt bleiben
Trinke über den Tag verteilt regelmäßig, am besten stilles oder mild sprudelndes Wasser sowie ungesüßte Tees. Eine gefüllte Flasche in Sichtweite erinnert ans Trinken, gerade wenn der Alltag ablenkt. Bei Schwangerschaftsübelkeit werden kleine, häufige Schlucke oft besser vertragen als große Mengen, und kühle Getränke oder ein Spritzer Zitrone können helfen. Kommt es zu Erbrechen, gilt der behutsame Ausgleich in kleinen Portionen. Koffein sollte in Maßen bleiben, und auf Alkohol wird in der Schwangerschaft ganz verzichtet. Bei Bluthochdruck, Präeklampsie oder Nierenproblemen kann die passende Trinkmenge abweichen und gehört ärztlich abgeklärt.
Warnzeichen für Dehydrierung
- Trockener Mund und anhaltender starker Durst
- Dunkler Urin und verringerter Harndrang
- Schwindel oder Kreislaufprobleme beim Aufstehen
- Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche
- Brennen beim Wasserlassen als Hinweis auf einen Harnwegsinfekt
Praktische Trink-Strategie
- Über den Tag verteilt regelmäßig stilles Wasser oder ungesüßten Tee trinken
- Eine gefüllte Flasche als Erinnerung in Sichtweite stellen
- Bei Übelkeit kleine, häufige Schlucke statt großer Mengen nehmen
- Koffein in Maßen halten und auf Alkohol verzichten
- Bei Hitze oder Sport die Trinkmenge erhöhen
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich in der Schwangerschaft trinken?
Als Orientierung für gesunde Schwangere gelten rund 0,3 Liter zusätzlich zum sonstigen Bedarf. Bei Hitze, Sport oder Übelkeit mit Erbrechen kann mehr nötig sein.
Soll ich bei Wassereinlagerungen weniger trinken?
Nein, eingelagertes Wasser in Beinen und Füßen ist in der Schwangerschaft normal und kein Grund, die Trinkmenge zu senken. Bei starken oder plötzlichen Schwellungen ärztlichen Rat einholen.
Was hilft beim Trinken bei Schwangerschaftsübelkeit?
Kleine, häufige Schlucke werden meist besser vertragen als große Mengen. Kühle Getränke oder ein Spritzer Zitrone können die Aufnahme erleichtern.
Weitere Situationen
Deinen individuellen Bedarf berechnen
Nach Gewicht, Alter, Aktivität und Klima, in Sekunden.
Zum Wasserbedarf-Rechner