Frauengesundheit
Wasserbedarf in der Stillzeit
Muttermilch besteht zum größten Teil aus Wasser, weshalb der Flüssigkeitsbedarf in der Stillzeit spürbar ansteigt. Viele stillende Frauen bemerken beim Anlegen ein deutliches Durstgefühl. Die folgenden Angaben sind eine Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung durch Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Mehr- oder Minderbedarf
Über den Grundbedarf von etwa 30 bis 35 ml pro Kilogramm hinaus wird in der Stillzeit häufig rund 0,7 Liter mehr pro Tag empfohlen, entsprechend der gebildeten Milchmenge. Bei sehr ergiebiger Milchbildung oder Hitze kann der Bedarf höher liegen.
Milchbildung und Flüssigkeit
Muttermilch besteht zu rund neun Zehnteln aus Wasser, und je nach Menge produziert der Körper mehrere Deziliter bis deutlich über einen halben Liter pro Tag. Diese Flüssigkeit muss ersetzt werden, weshalb der Bedarf in der Stillzeit über dem sonst üblichen liegt. Der Körper meldet dies meist zuverlässig über ein verstärktes Durstgefühl, das häufig direkt beim Stillen einsetzt. Wichtig zu wissen: Mehr zu trinken als der Durst verlangt, steigert die Milchmenge nicht zusätzlich, ein Defizit dagegen kann sich ungünstig auswirken. Ziel ist also eine bedarfsgerechte Versorgung, orientiert am Durst und an der Urinfarbe, nicht das Erreichen einer möglichst hohen Menge.
Trinken im Stillalltag
Es hat sich bewährt, sich zu jeder Stillmahlzeit ein Getränk bereitzustellen, damit das Trinken nicht vergessen wird. Gut geeignet sind stilles Wasser und ungesüßte Tees, während stark zuckerhaltige Getränke wenig beitragen. Koffein geht in geringen Mengen in die Milch über und sollte daher in Maßen bleiben, auf Alkohol wird verzichtet. Achte auf eine helle Urinfarbe als einfachen Anhaltspunkt für eine ausreichende Versorgung. Bei Hitze, viel Bewegung oder besonders reichlicher Milchbildung darfst du die Menge erhöhen. Fühlst du dich trotz ausreichendem Trinken anhaltend erschöpft, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Warnzeichen für Dehydrierung
- Starkes, anhaltendes Durstgefühl besonders beim Stillen
- Dunkler Urin und verringerter Harndrang
- Trockener Mund und trockene Lippen
- Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme
- Schwindel oder Kreislaufschwäche im Tagesverlauf
Praktische Trink-Strategie
- Zu jeder Stillmahlzeit ein Getränk bereitstellen
- Stilles Wasser und ungesüßte Tees bevorzugen
- Am Durst und an der Urinfarbe orientieren statt an einer Höchstmenge
- Koffein in Maßen halten und auf Alkohol verzichten
- Bei Hitze und viel Bewegung die Trinkmenge erhöhen
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich in der Stillzeit trinken?
Als Orientierung gelten rund 0,7 Liter zusätzlich pro Tag, passend zur gebildeten Milchmenge. Orientiere dich am Durst und an einer hellen Urinfarbe.
Steigert mehr Trinken die Milchmenge?
Nein, mehr zu trinken als der Durst verlangt, erhöht die Milchbildung nicht. Ein Flüssigkeitsdefizit kann sich aber ungünstig auswirken, daher ist eine bedarfsgerechte Versorgung wichtig.
Darf ich in der Stillzeit Kaffee trinken?
In Maßen ja, da Koffein in geringen Mengen in die Milch übergeht. Auf Alkohol sollte in der Stillzeit verzichtet werden.
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